Bindung - Verstrickung - Lösung im Familienverband
Aus der systemischen Familientherapie ist bekannt, dass es im Familienverband sogenannte "überpersönliche" Verstrickungen oder Identifizierungen geben kann, die über mehrere Generationen hinweg wirksam sind. Ich kann mit einer Person identifiziert oder verstrickt sein, die mir nicht einmal persönlich bekannt sein muss. Dennoch führe ich unbewusst deren "Aufträge" aus. Eine solche Verstrickung kann schwere psychische und/oder körperliche Symptome bewirken, die durch eine individuelle Psychotherapie häufig nur schwer beeinflussbar sind.
Die Familienaufstellung bietet die Möglichkeit, Verstrickungen aufzudecken und Lösungsbilder zu erarbeiten, die den freien Fluss der Gefühle wieder in Gang setzen können. Gerade auch bei schweren körperlichen und/oder psychischen Krankheiten ist die Familienaufstellung geeignet, um einen Zusammenhang zu einer familiären Verstrickung festzustellen und ggf. zu lösen.
Das Seminar wendet sich an alle Menschen, die mehr Einblick in ihr Familiensystem bekommen wollen, um sich aus festgefahrenen Mustern („Jetzt mache ich schon zum dritten Mal dieselbe Erfahrung mit einer Frau.“) und schweren lang anhaltenden oder immer wiederkehrenden Krankheiten zu lösen. Dazu ist keine psychotherapeutische Vorerfahrung nötig. Allerdings kann das Seminar die Arbeit in einer Einzeltherapie auch unterstützen.
Das Besondere an unserer Art der Familienaufstellung ist es, dass wir
- als Paar arbeiten und so die Familiensituation in der Übertragung als Elternpaar vervollständigen,
- die verschiedenen Ansätze in der systemischen Therapie benutzen, um für die Gruppenteilnehmer die adäquaten Methoden zur Verfügung zu stellen,
- traumatherapeutische Techniken (s. Traumatherapie) in die Arbeit einfließen lassen, die eine Lösung bei komplexen Verstrickungen im Familiensystem beschleunigen und erleichtern können.
Die Technik der Familienaufstellung hat eigentlich schon eine lange Tradition, wurde in der Zeit vor Hellinger Skulpturarbeit genannt. Hellinger hat vor allem den mehrgenerationalen Ansatz und den strukturellen Ansatz in der systemischen Therapie benutzt und weiterentwickelt. Damit hat er sich von so genannten konstruktivistischen Ansätzen in der systemischen Therapie abgesetzt und das explizite und implizite Wissen über eine stimmige Ordnung im Familiensystem deutlicher wieder in den Mittelpunkt gerückt. Auch wir setzen in unserer Arbeit an dem impliziten Wissen über systemisch stimmige Ordnungen an, das die Klienten mitbringen, und fühlen uns dazu berufen, dieses Wissen zu aktivieren bzw. zu unterstützen. In diesem Sinne beziehen wir auch andere Ansätze und Techniken mit ein, die in irgendeiner Weise sinnvoll und brauchbar sind.
Wer als teilnehmender Beobachter dabei sein will und keine eigene Aufstellung machen möchte, zahlt ein vermindertes Honorar.
Ergänzende und weiterführende Informationen
- "Das System und sein Körper" - unsere Sichtweise des Familienstellens